Donnerstag, 04.02.2010 von Matthias
Spieletests
Simulationen
eRepublik - Reallifesimulation goes Browsergame
Als ich das erste mal über eRepublik gestolpert bin wurde ich neugierig: Vier verschiedene Karriereleitern soll man laut dem Betreiber eRepublik Labs aufsteigen können. "Eröffne dein eigenes Unternehmen, veröffentliche deine eigene Zeitung, ziehe mit deiner Partei in die Regierung ein oder steige im Militär zum Rang eines Generals auf. Vier Spiele in Einem, sozusagen. Da lässt man sich nicht zweimal bitten.
Nach wenigen Minuten sind wir erfolgreich eingebürgert. Als Startregion habe ich Deutschland, als Bundesland Bayern gewählt. Die Weltkarte in eRepublik besteht aus den selben Staaten und Ländern wie wir sie in einem richtigen Atlas auch finden würden. Der Clou dabei ist, dass alle diese Länder auch tatsächlich von Landsleuten bevölkert und gespielt werden. Items die ich im Spiel kaufen und verwenden kann sind von Unternehmen produziert worden, deren Arbeiter genauso menschliche Spieler sind wie der Firmenchef selbst. Reise ich aber zum Beispiel nach Russland muss ich damit rechnen auch tatsächlich von russischen Spielern umgeben zu sein. Zeitungsartikel in kyrillischer Schrift inklusive. Für den Moment bleibe ich aber erstmal in Deutschland und lasse mich von Plato in einem Kurzfilm in das Spiel erklären.
Wer will kann mit dem Spiel jeden Tag mit 3 Klicks sein Pensum erfüllt haben. Dazu kommt dass man als einzelner Spieler nicht wie bei vielen Browserspielen überfallen oder angegriffen werden kann. Fiese Über-nacht-attacken muss man nicht mehr befürchten. Auch ein spontaner Urlaub ist kein Problem mehr. Dann sollte man allerdings daran denken sich mit genügend Nahrung einzudecken. Denn dein virtuelles Ich konsumiert jeden Tag automatisch das Brot mit der höchsten Qualität aus dem Inventar. Die Qualitätsstufen reichen von 1 bis 5 Sterne und regenerieren natürlich auch unterschiedlich viel "Wellness" - hat man kein Brot mehr hungert man und verliert jeden Tag bis zu 4 Wellnesspunkten. Reagiert man dann nicht rechtzeitig kann man theoretisch sogar sterben.
Abzüge gab es allerdings für den Medien-
und den Militärpart. Wer sich wie ich von den Werbebannern mit den Versprechen locken hat lassen sich sein eigenes Fachgebiet zu suchen und darin groß zu werden, der wird wahrscheinlich ebenso wie ich bald enttäuscht feststellen dass sich dahinter nichts weiter als ein Ingameblogg, im Spiel als "Newspaper" bezeichnet, und die Kampffunktion verbirgt. Letztere muss ohnehin jeder nutzen muss um sein Land zu verteidigen. An sich eine nette Sache, das aber als eigenständige Berufe zu bewerben ist überzogen. Kleine Schnitzer leistet sich das Spiel auch in Sachen Bedienung - man muss schon ganz genau hinsehen um im Kampffenster den Textlink zum für die Spieler so wichtigen Krankenhäuser zu finden.
Dann aber versöhnt mich eRepublik wieder mit dem vierten und letzten Feature - die Politik ist wahrscheinlich das wichtigste Thema momentan in eRepublik. Vor allem für die eDeutschen. Wir erinnern uns? Jedes Land wird von den eigenen Landsleuten gespielt und gesteuert. Dazu gehört auch der politische Part. Gegen einen kleinen güldenen Obulus kann praktisch jeder eine Partei gründen, Parteimitglieder werben und aufnehmen und sich dann in regelmäßigen Abständen zur Wahl in den Kongress aufstellen zu lassen (Mit anderen Worten: Ihr werdet Minister). Wer dort dann gute Arbeit leistet hat dann die Chance zum Präsidenten (Also Bundeskanzler/in) gewählt zu werden. Im Falle von eDeutschland ist das derzeit der Spieler "Konrad Neumann" - der bestimmt zum Beispiel in welchen Bundesländern Krankenhäuser errichtet werden und verhandelt Militärbündnisse um gegen eventuelle Kriegserklärungen gewappnet zu sein.
Und dann passiert es tatsächlich. Auf einmal geht es wie eine Woge durch die Zeitungen: Polen greift Deutschland an! Auf einmal ziehen alle ca. 3500 deutschen Spieler an einem Strang und tun ihr möglichstes um sich gemeinsam gegen die Übermacht zu werfen. Aufmunternde Parolen werden in britischen, russischen und südamerikanischen Zeitungen veröffentlicht. Spenden treffen ein und aus aller Welt kommt Unterstützung - trotzdem. Nach wenigen Tagen fallen auch die letzten Bundesländer und Deutschland ist von der Karte getilgt. Eine riesige Evakuierung folgt und sofort werden die ersten Pläne zur Rückeroberung geschmiedet. Mittlerweile konnten so das Saarland und Bayern erfolgreich zurückerobert werden. So spannend kann Politik sein.
Gutes Spiel, bessere Community von Gast
eRepublik spiele ich jetzt seit 3 Wochen und bin noch immer begeistert und motiviert. Das liegt zu einem am Spiel selbst - gerade für Neulinge hält es viele "Missionen" bereit, die in den ersten Wochen die Motivation aufrecht erhalten - zum größten Teil aber an der Community. In den externen Chats ist viel los, es ist interessant die spielinternen Zeitungen/Blogs zu lesen und man kommt von vielen erfahrenen Spielern Tipps und materielle Hilfe.So gibt es zum Beispiel eine Institution bei der man Kredite für den Aufbau eigener Firmen aufnehmen kann.
Wer bei dem Spiel richtig mitspielen möchte, der muss schon mindestens einige Monate dabei sein und sich aktiv einbringen. Der Zeitaufwand ist dabei nicht besonders groß, aber es ist nicht unvorteilhaft, wenn man mehrmals am Tag ans Internet rankommt.
Besonders viel Spaß macht es mir die Bewgungen auf der Weltkarte zu verfolgen. Als ich angefangen habe waren Polen und Serbien (die stärksten Nationen) gerade dabei Amerika zu erobern. Aktuell landen amerikanischen Truppen in Frankreich, um Europa aus dem Würgegriff der polnischen und serbischen Okkupation zu befreien.
Wer an einer solch komplexen Varinante von Risiko Intresse hat sollte sich unbedingt anmelden, gerne über meinen Link, denn zur Erfüllung einer Mission brauche ich zwei Referrer:
http://www.erepublik.com/en/referrer/Thomas+Libita